Zum Tod von Senderstorch „Düschess“

dueschess nachruf

Die neuesten Daten des Senderstorchs „Düschess“ vom 4. August liessen Schlimmes vermuten: Seit dem vorausgegangenen Datenabruf hatte sich der Aufenthaltsort des Vogels nicht mehr geändert, und – schlimmer noch – ein Sensor meldete, dass der Vogel seit 4 Tagen inaktiv war. Schon wenige Stunden später wurden die Überreste von „Düschess“ gefunden. Vom Sender jedoch keine Spur. Alle Fotos in diesem Beitrag: Beat Huggenberger, Biel-Benken.

Was war geschehen? Die Todesursache liess sich am bereits stark verwesten Vogel nicht mehr erkennen. Die Ursache für ein Loch im Brustkorb war nicht ersichtlich. Die Gliedmassen waren unverletzt, abgesehen von Schäden, die nach dem Tod des Vogels durch Füchse oder Hunde entstanden.

Unerklärlich war auch das Fehlen des Senders. Nach stundenlanger Suche und sorgfältiger Auswertung der letzten Koordinaten wurde er schliesslich entdeckt – ca. 15 Meter vom Fundort des Vogels entfernt. Das Befestigungsgeschirr (Nylonschnur mit Teflonschlauch-Überzug) war noch völlig intakt, war aber offenbar von Mäusen durchgenagt worden. Vermutlich hatten Raubtiere (Hund, Fuchs) den Vogel dann zum Fundort geschleppt, der Sender blieb liegen.

Beat Huggenberger von der „Interessengemeinschaft Storchenfreunde Biel-Benken“, die den Sender finanzierte, fasst die Trauer und Enttäuschung über den Tod von „Düschess“ zusammen:

„Düschess, das hast du nicht verdient.

Nach einem viel zu kurzen Leben (nur 55 Tage nach dem Beringen) haben wir dich tot aufgefunden.

Wir hatten grosse Hoffnungen in dich, in deine Flugkünste und deinen Flug ins Winterquartier, wo immer das hätte sein sollen; Spanien, Marokko oder sogar weiter nach Mali oder in den Tschad? Leider werden wir es nie erfahren.

Aber du hast uns neugierig gemacht und wir werden mit Interesse deine Kollegen (Amelios, Bruno, Dani und Sämi) im Internet verfolgen und dabei hoffen, dass sie mehr Glück und ein längeres Leben haben.

Den wiedergefundenen Sender – es war eine schwierige, stundenlange Suche im Weidegras einer Kuhweide – werden wir, wenn möglich, nächstes Jahr wieder einsetzen können und dann einen Jungstorch besendern, welcher mit Geschwistern und Eltern im Biel-Benkemer Horst auf der Dorfkirche aufwächst.

Wir sagen tschüss, Düschess, du hast uns Freude gemacht aber viel zu kurz gelebt.

Beat Huggenberger, für die IIGSFBB“

Wir bedanken uns beim Bauern vom Weiherhof, Herrn Schneider, der es ermöglichte, auf seiner Weide den Sender zu suchen, und bei Ernst Fischler (Storch Schweiz) aus Oberwil, der Herrn Huggenberger bei der Suche unterstützte. Der wiedergefundene Sender durchläuft derzeit im Garten von Herrn Huggenberg einen Probelauf, um seine Funktion zu überprüfen. Geht alles gut, dann soll er im nächsten Jahr wieder zum Einsatz kommen.

sender dueschess web

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Eine Antwort zu Zum Tod von Senderstorch „Düschess“

  1. Beat Huggenberger schreibt:

    Die Betroffenheit, meine und die der Storchenfreunde Biel-Benken über den Verlust ist gross.
    Wir fragen uns, wie kann ein junger, kräftiger Storch schon so kurz nach der Beringung (nur 55 Tage vorher) zu Tode kommen? Welche natürlichen Gründe kommen dafür in Frage?
    Düschess war von den drei Jungen auf unserem Horst die grösste und kräftigste. Sie legte auch einen langen (ca. 4 1/2 Minuten) und recht weiten Jungfernflug hin. Sie suchte vom ersten Schritt in Freiheit fleissig Futter und schien auch fündig zu werden, und sie verteidigte sich vehement gegen zudringliche, für sie fremde Altvögel?
    Alles gute Voraussetzungen für ein langes Storchenleben.

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