Wo ernähren sich unsere Senderstörche hauptsächlich?

Wo suchen unsere Senderstörche während des Zuges hauptsächlich nach Nahrung? Und wie viel Zeit verbringen sie tatsächlich auf Mülldeponien? Eine erste Auswertung ergab nun folgende Ergebnisse:

Dani lebte von seinem Abzug aus der Schweiz am 23. August 2011 bis zu seinem Tod in der Camargue am 23. September 2012 insgesamt 397 Tage. Während 291 Tagen hielt er sich zur Nahrungssuche ausschliesslich oder überwiegend auf Mülldeponien auf. Dies entspricht einem Anteil von etwa 73%, also immerhin fast drei Viertel. Die besuchten Deponien lagen in Spanien in Lerida, Ejeo de los Caballeros, Huesca und Zaragoza, ausserdem in Frankreich während der Übersommerung 2012 in Bourg-en-Bresse.

Elvis ist unter den drei bisher ausgewerteten Störchen Spitzenreiter, was die Nahrungssuche auf Mülldeponien angeht. Am 17.8.2012 war er aus der Schweiz abgezogen, seine aktuellste Koordinate ist vom 11.2.2013. Somit sind insgesamt 178 Tage in die Berechnung eingeflossen. Von diesen verbrachte er bei der Nahrungssuche 159 Tage (!) überwiegend auf Mülldeponien, also unglaubliche 89,3%. Bei Elvis gibt es keine Hinweise auf mehrtägige Rast in natürlichen „Nahrungsgebieten“, er hat sozusagen zügig ausschliesslich Mülldeponien angeflogen. Die von ihm besuchten Deponien lagen in Spanien in Lerida, Alcazar de San Juan und vor allem Almagro, in Frankreich in Montpellier.

Der Senderstorch Yumna verbrachte im Vergleich dazu relativ wenig Zeit auf Deponien. Von seinem Abzug aus der Schweiz am 8. August 2012 bis zur aktuellsten Koordinate vom 9. Februar 2013 wurden 185 Tage in die Berechnung einbezogen. 110 Tage davon verbrachte Yumna zur Nahrungssuche überwiegend auf Deponien, also einen Anteil von knapp 60% aller Tage. Dieser im Vergleich zu Dani und Elvis geringe Anteil rührt vor allem daher, dass an 42 Tagen überwiegend die Marismas (Reisfelder, Sümpfe) auf der Isla Mayor südwestlich von Sevilla zur Nahrungssuche genutzt wurden und an 16 Tagen das Ebrotal östlich von Zaragoza. Die besuchten Deponien waren Cordoba, Dos Hermanas, Zaragoza, La Puebla de Cazalla und L’Espluga de Francoli, alle in Spanien.

Die Daten der anderen Senderstörche wurden bisher noch nicht umfassend analysiert, aber sie weisen darauf hin, dass auch bei ihnen die wichtigsten Nahrungsressourcen Mülldeponien sind, selbst in Jahren, in denen natürliche oder auf Agrarflächen bestehende Ressourcen (wie in den Marismas des Isla Mayor) sehr gute Bedingungen bieten.

Lediglich bei Sämi, der derzeit zum zweiten Mal im Senegal überwintert, sind natürliche Ressourcen die bedeutendsten Nahrungsquelle.

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2 Antworten zu Wo ernähren sich unsere Senderstörche hauptsächlich?

  1. Rösly Appelt schreibt:

    Es ist immer wieder schön und sehr Interressant vom Leben der Störche und der Milane zu lesen.
    Hoffen wir dass sie im Frühling wieder lebend zurückkehren.
    Danke für Ihre Bemühungen.–

  2. Beat Huggenberger schreibt:

    Elvis, eine gute Namenswahl!?
    Aber sicher. Er macht dem berühmten Vorbild alle Ehre.
    Auch ‚Elvis the Pelvis‘ galt ja als Junk-Food Verzehrer.
    Da können wir nur hoffen, dass unser Elvis länger klappert als Elvis gesungen hat.
    Ich bin jedenfalls froh, dass der Datenlieferant Elvis noch immer Interessantes zu vermelden gibt.

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