Frisst Sämi im Senegal schwärmende Termiten?

Sämis Wanderungen im Süden Mauretaniens und in das Zentrum des Senegal geben Grund zu der Annahme, dass er dort ergiebige Nahrungsquellen gefunden hat. Laut Informationen des FAO Heuschreckenservice gab es Wanderheuschrecken im Süden Mauretaniens, wo sich Sämi längere Zeit aufhielt. Für Senegal jedoch liegen keine Hinweise auf Wanderheuschrecken vor.

Satellitenbild, Senegal nahe Fatick. Die hellen Flecken sind Termitenhügel.

Wovon also ernährt sich Sämi im Senegal und in Mauretanien? Möglicherweise dienen ihm dort Termiten als Nahrung. Auf den Satellitenbildern aller Aufenthaltsgebiete von Sämi im Süden Mauretaniens und im Senegal sind zahlreiche Termitenhügel (als hellere Flecken) zu erkennen. Teilweise liegen diese Hügel nur 20 bis 50 m auseinander. Termiten schwärmen an wenigen Tagen im Jahr. Die Insekten verlassen dann, gleichzeitig zu Abertausenden, ihre Nester und dienen insektenfressenden Vögeln und Säugern als Nahrung.

Aus Westafrika liegen mir keine Informationen über Termiten als Beute von Störchen oder anderen Vögeln vor. Aus Ost- und Südafrika jedoch gibt es viele Berichte über Vögel, die in grossen Scharen zusammenkommen, um tagelang die schwärmenden Termiten zu fressen. Eine englischsprachige Internetseite mit beeindruckenden Videoaufnahmen („Vögel schlemmen an Termiten“) finden Sie >> HIER.

Termiten schwärmen im Allgemeinen nach Regenfällen. Im Senegal gab es zwar in den vergangenen Wochen keine flächendeckenden Niederschläge. Trotzdem ist nicht auszuschliessen, dass Sämi auf der Spur schwärmender Termiten durch den Senegal zieht.

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Update Senderstörche Dani und Sämi, 17.11.2011

Für die Senderstörche Dani und Sämi liegen neue Koordinaten vor. Dani befindet sich noch immer auf der Deponie bei Zaragoza, Sämi ist in Senegal weiter nach Südwesten gewandert.

Dani (9. bis 16.11.2011):
Wie während der letzten Wochen hielt sich Dani ausschliesslich auf der Deponie Zaragoza und in deren Umfeld auf. Auch die Funktion seines Senders lässt noch immer zu wünschen übrig. Aufgrund geringer Batteriespannung lieferte der Sender am 11., 12. und 15.11. keine Koordinaten.

Sämi (10. bis 15.11.2011):
Seit dem 9. November hat sich Dani etwa 100 km weiter nach Südwesten bewegt und befindet sich nun bei der Stadt Fatick. Dort hält er sich im Einzugsbereich eines Nebenlaufs des Gambia Flusses auf, in einer Landschaft mit viel kleinbäuerlicher Landwirtschaft (Hirseanbau), etwa 120 km westsüdwestlich der senegalesischen Haupstadt Dakar.

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Update Senderstörche Dani und Sämi, 10.11.2011

Für die Senderstörche Dani und Sämi liegen neue Koordinaten vor. Dani befindet sich weiterhin auf der Mülldeponie bei Zaragoza in Spanien, unser „Rekordzieher“ Sämi hält sich inzwischen mitten im Senegal auf.

Dani (30.10. bis 9.11.2011):
Bei Dani gab es keine Veränderungen. Er hielt sich weiterhin tagsüber auf der Deponie Zaragoza oder im benachbarten Uferbereich des Ebroflusses auf. Die Nächte verbrachte er meist im Industriegebiet, nicht weit entfernt von der Deponie. Sorgen macht die Performance von Danis Sender. Vom 3. bis 5.11 sowie am 7.11. lieferte er keine Koordinaten. Die Senderdaten wiesen darauf hin, dass dies durch niedrige Akkuspannung verursacht wurde, und dass insgesamt die Ein- und Ausschaltzyklen des Senders nicht immer planungsgemäß erfolgen. Dieses technische Senderproblem trat sporadisch bereits seit mehreren Monaten auf, hatte aber bisher nicht zur vollständiger Abschaltung geführt.

Sämi (29.10. bis 9.11.2011):
Vom 29.10. bis zum 5.11. hielt sich Sämi im gleichen engen Gebiet wie schon im vorausgegangenen Berichtszeitraum auf, knapp nördlich von der mauretanisch-senegalesischen Grenze. FAO-Daten weisen darauf hin, dass dort Wanderheuschrecken vorhanden sind. Am 6.11. nahm Dani den Zug wieder auf und bewegte sich etwa 170 km nach Westen, wo er im Senegal in unbesiedelter Savanne die Nacht verbrachte. Am 7.11. setzte er die Wanderung 180 km weit nach Südwesten fort. Dort erreichte er, mitten im Senegal, nahe dem Dorf Colobane, etwa auf der Höhe von Dakar, eine dichter besiedelte Region mit zahlreichen kleinen Dörfern und Ackerbauparzellen (wahrscheinlich Hirseanbau). Am 8. und 9.11. vagabundierte er in einer Region von etwa 30 km Ausdehnung zwischen Colobane und der Stadt Touba in der teils landwirtschaftlich genutzten Savanne umher. Ob es auch dort inzwischen zum Auftreten von Wanderheuschrecken kommt, wird hoffentlich der nächste FAO-Wanderheuschreckenbericht zeigen.

Sämi aus Murimoos, der als letzter Senderstorch sein Nest verlassen hatte, erweist sich inzwischen als „Rekordzieher“: Keine anderer Senderstorch des Projekts SOS Storch, auch nicht in den Jahren 2000/2001, ist bisher so weit nach Süden gezogen wie Sämi. Er ist inzwischen etwa 4.300 km Luftlinie vom Brutort entfernt.

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Website jetzt als pdf-Download verfügbar

Der Inhalt dieses Projektblogs (vom Projektbeginn bis zum 5.11.2011) ist nun als pdf-Buch (298 Seiten, 24 MB) verfügbar und kann unentgeltlich heruntergeladen, auf dem Computer gespeichert und ausgedruckt werden:

Download pdf-Buch (neue Version) der SOS Storch Website

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NEWS: Sämis Sender funktioniert wieder normal, 31.10.2011

Für den 29. und 30.10. trafen heute vom Senderstorch Sämi wieder „normale“ Koordinaten ein. Der Vogel bewegte sich während der zwei Tage in einem Umkreis von etwa 3 Kilometern nahe der Grenze Mauretanien-Senegal, im gleichen Gebiet wie in den 10 Tagen zuvor.

Die Sensordaten des Senders zeigen jetzt wieder einen guten Ladestand des Akkus, im Gegensatz zu den vorausgegangenen 2 Tagen. Wahrscheinlich hatte sich tatsächlich, wie schon vermutet, eine Feder vorübergehend über die Solarzellen des Senders gelegt und damit die Ladung des Akkus behindert.

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Heuschrecken in Mauretanien

Im Rahmen der ersten Phase des Projekts „SOS Storch“ fanden wir im Jahr 2001 den Senderstorch „Ciconia“ in einer Region in Mauretanien mit sehr hoher Heuschreckendichte. Teilweise hielten sich dort pro m² (!) mehr als 1000 Heuschrecken verschiedenster Grösse am Boden auf. Eine ideale Situation also für dort überwinternden, nahrungssuchenden Störche. Die beiden Fotos vermitteln einen Eindruck von dieser Situation. Ähnlich verhält es sich wahrscheinlich in der Region, in der sich der Senderstorch „Sämi“ derzeit aufhält.

heuschrecken mauretanien
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Update Senderstörche Dani und Sämi, 30.10.2011

Für die Senderstörche Dani und Sämi liegen neue Koordinaten vor. Grosse Neuigkeiten gibt es allerdings nicht.

Dani hielt sich vom 20. bis 29.10. weiterhin auf der Mülldeponie bei Zaragossa im Ebrotal auf. Dabei nutzte er ausschliesslich drei sehr kleine Bereiche: Tagsüber die eigentliche Deponie, zum Übernachten einen Bereich im Industriegebiet ca. 3 km nördlich der Deponie. Ausserdem täglich für kurze Zeit, meist am frühen Morgen, eine Region am Ebroufer(ca. 7 km nordöstlich der Deponie), wahrscheinlich, um dort zu trinken.

Sämi flog am 21.10.von seinem letzten Rastplatz (20.10., knapp südlich des Senegalflusses) ca. 35 km weit nach Nordosten. Dort, nahe dem Dorf Ador, nutzte er vom 21.10. bis mindestens 28.10. einen Buschsavannen-Bereich von meist nur etwa 5 km Ausdehnung, beidseits eines Wadis (temporäres Flussbett). Die Topographie dort erinnert sehr an Aufenthaltsorte von Senderstörchen in den Jahren 2000 und 2001, wo Heuschrecken in sehr hoher Dichte (bis zu mehr als 1000 Individuen pro m²) vorhanden waren. Wahrscheinlich hat auch Sämi eine Region gefunden, in der nichtwandernde Feldheuschrecken oder Wanderheuschrecken ihm Nahrung in Hülle und Fülle bieten. Übernachtet hat der Vogel meist in Bäumen des „Galeriewaldes“ direkt am Wadi.

Sämis Sender macht uns seit dem 27.10. etwas Sorgen. Zwar zeigen die Sensordaten, dass Sämi aktiv ist, und auch die Ortsveränderungen belegen, dass er lebt. Die Spannung des Senderakkus war jedoch in den letzten Tagen ungewöhnlich niedrig, so dass nur noch wenige Koordinaten übermittelt wurden. Möglicherweise haben sich Federn über die Solarzellen des Senders gelegt. Ich hoffe, dass das Problem sich in den kommenden Tagen wieder legt.

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Kurzbericht zum Projekt, Januar bis Oktober 2011

Eine kurze Zusammenfassung der Ergebnisse des Projekts „SOS Storch – Storchenzug im Wandel“, Zeitraum Januar bis Oktober 2011, können Sie hier als pdf-Datei herunterladen:
Kurzbericht_Okt_2011

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Ergänzung zu Dani: Mülldeponie!

Ich wollte genauer wissen, was es mit dem Industriegebiet bzw. Technologiepark auf sich hat, der sich in Dani’s Aufenthaltsgebiet bei Zaragossa befindet. Die Satellitenbilder liessen keine deutlichen Schlüsse zu. Die weitere Suche im Internet brachte es dann ans Licht: Der „künstlich aufgeschüttete Hügel“, den ich beschrieben habe, ist tatsächlich eine „Ökologische Mülldeponie“, eine Ecovertedero, wie es heisst, mit dem Namen „Parque Tecnologico de Reciclado Lopez Soriano“. Fotos im Internet zeigen die Deponie mit zahlreichen Störchen.

Es ist also doch nicht der Ebrofluss, der die Störche lockt, sondern der Müll, wie auch fast überall sonst entlang der Zugroute durch Südeuropa. Zum Ebro fliegen die Störche wahrscheinlich nur zum Trinken. Dani hat somit, direkt nach Verlassen der Deponie Montoliu, erneut eine Deponie als Aufenthaltsort gewählt.

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Update Senderstörche Dani und Sämi, 21.10.2011

Für die Senderstörche Dani und Sämi liegen neue Koordinaten vor. Dani, hält sich weiterhin in Zaragossa im Ebrotal/Spanien auf, Sämi ist zielstrebig weiter über die Sahara gezogen, bis an die Grenze zum Senegal.

Dani (12. bis 19.10.2011):
Dani bewegte sich während des gesamten Zeitraums ausschliesslich in einem Bereich von nur 6 bis 8 Kilometern im Ebrotal am östlichen Stadtrand von Zaragossa. Dort hielt er sich hauptsächlich in drei eng begrenzten Regionen auf: Im Uferbereich des Ebroflusses und auf angrenzenden Agrarflächen, im Galeriewald-Streifen am Ebrofluss (Übernachtungsplätze) und im Baugebiet eines Technologieparks auf einem künstlich aufgeschütteten Hügel. Details lassen sich auf den Satellitenbildern leider nicht erkennen. In Google Earth eingestellte Fotos, die genau dort am Ebrofluss gemacht wurden, zeigen aber rastende Storchentrupps. Störche kommen dort also wohl häufiger vor, der Fluss scheint bei Zaragossa für die Störche sehr attraktiv zu sein. Aus eigenen Beobachtungen weiss ich, dass zu manchen Jahreszeiten der Ebro sehr flach ist, teilweise nur 10 cm. Möglicherweise suchen die Störche dort nach Nahrung (Jungfische, Insektenlarven usw.).

Sämi (13. bis 20.10.2011):
Am 13. und 14.10. setzte Sämi den Zug über die Sahara zügig fort, 540 km weit nach Südwesten bis kurz vor die Grenze Mauretanien/Senegal. Das Gebiet, dass er damit erreicht, ist laut aktuellem Bericht des FAO-Wanderheuschrecken-Monitorings die einzige Region in ganz Westafrika, wo es derzeit Wanderheuschrecken gibt. Es zeichnet sich ab, dass Sämi gezielt diese Zone angeflogen hat (vermutlich natürlich in einem grossen Trupp weiterer Störche). Wieder einmal stellt sich die Frage, wie Störche über solch grosse Entfernungen diese „Heuschreckengebiete“ finden.
Vom 15.10. an flog Sämi dann nach Südosten und folgte damit grob dem Verlauf des Senegal-Flusses. Seine Wanderung war seitdem kein zielgerichteter Zug mehr, sondern eher ein Umhervagabundieren. Auch das lässt vermuten, dass er dort die besten Nahrungsplätze findet, vermutlich Wanderheuschrecken oder nichtwandernde Feldheuschrecken. Ab dem 17.10. war Sämi weitgehend stationär und bewegte sich nur noch in einem Gebiet von 30-50 km in verschiedene Richtungen. Die Übernachtungsplätze lagen seitdem meist dicht beeinander. Es scheint, dass Sämi in der Savanne südlich der Sahara eine Region mit sehr guter Verfügbarkeit von Nahrung (Heuschrecken) gefunden hat.

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