1. Zwischenbericht 2013

Seit Jahren stellen wir fest, dass bei über 50 % der westziehenden Weissstörche (Ciconia ciconia) der nordwestlichen Population sich das Zugverhalten stark verändert hat. Ein hoher Prozentsatz dieser Vögel zieht nicht mehr nach Westafrika, sondern überwintert bereits im Süden Spaniens. Die Vögel halten sich dort zur Nahrungssuche vor allem auf einigen grossen, offenen Mülldeponien auf. 

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Die Frage nach dem Auslöser des veränderten Zugverhaltens ist bisher nicht beantwortet. Sind vielleicht die früheren „Ansiedlungsprojekte“ dafür mit verantwortlich? Vor einem halben Jahrhundert wurden Weissstörche aus Nordafrika in die Schweiz und indirekt auch in andere Länder Westeuropas „importiert“, um die damals fast ausgestorbenen Populationen wieder aufzubauen. Die Gene der „angesiedelten“ Vögel befinden sich heute wahrscheinlich in vielen „europäischen“ Störchen. Haben sie vielleicht Einfluss auf Zugweg und -entfernung? Welche Rolle spielt der Klimawandel? Viele Fragen sollen mit dem Projekt „SOS Storch Storchenzug im Wandel“ beantwortet werden. Weiterlesen

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Update Senderstörche, 28.4.2013

Elvis hält sich noch immer überwiegend in der Region seines Heimatorts Biel-Benken auf. Toni war zwar schon kurzzeitig am schweizerischen Bodenseeufer, ist aber inzwischen wieder auf die deutsche Seite des Bodensees zurückgekehrt. Zuletzt wurde er nördlich von Salem geortet. Yumna ist etwa 20 km weiter nach Norden gezogen und wird jetzt regelmässig im Umfeld der Deponie von Ejea de los Caballeros/Nordspanien festgestellt. Dort hat sich auch der inzwischen verunglückten Storch Dani zeitweise länger aufgehalten. Amelios II wird noch immer überwiegend im Umfeld der Deponie von Alfaro geortet.

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Elvis „zu Hause“ angekommen

Nach seinem Umweg über das Rheintal im Elsass ist Elvis heute „zu Hause“ angekommen. Er wurde zuletzt bei Oberwil geortet, nur etwa 4 km von seinem „Geburtsort“ Biel-Benken. 10 1/2 Monate nach der Besenderung als Nestling ist er ins Brutgebiet zurückgekehrt, nachdem er den „Winter“ größtenteils auf der Deponie von Almagro bei Ciudad Real/Spanien verbracht hatte.

Auch Toni zieht es in Richtung Heimat. Er hat das Rheintal in Deutschland verlassen und ist in den letzten Tagen der Schweiz sehr nah gekommen – nach dem Motto „von hinten durch die Brust ins Auge“. Seine letzte Koordinate von heute Nacht liegt am Stadtrand von Konstanz.

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Die Senderstörche sind unterwegs, 24.4.2013

Unsere Senderstörche sind inzwischen allesamt unterwegs gen Norden oder bereits halbwegs im „Sommergebiet“ eingetroffen. Deshalb heute wieder mal ein Überblick über die Ortsveränderungen während der vergangenen drei Wochen.

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Neues von den Senderstörchen, 8.4.2013

Elvis und Toni sind „übers Ziel hinausgeschossen“. Elvis ist seit Ende März von den Dombs in der Region Bourg-en-Bresse etwa 250 km weiter nach Nordwesten geflogen. Er hält sich derzeit im Elsass auf, nicht weit entfernt von Mulhouse. Damit ist er jetzt etwa 30 km nordwestlich von seinem Geburtsort Biel-Benken. Toni hat es noch weiter nach Norden gezogen. Er hält sich jetzt in Deutschland in der Rheinebene auf, in der Nähe von Bühl, und etwa 150 km nördlich von seinem Geburtsort in Toni’s Zoo bei Rothenburg.

Amelios II ist seit Ende März ebenfalls Richtung Norden gezogen. Allerdings wesentlich langsamer. Zuerst hielt er sich in der Region der Deponie Almagro auf, gestern hat er die Deponie bei Alcazar de San Juan im Zentrum Spaniens erreicht. Yumna dagegen hält sich unverändert im Umfeld der Deponie von Cordoba auf. Von Sämi, dessen Sender sich seit 12. Januar 2013 nicht mehr gemeldet hat, gibt es weiterhin keine Neuigkeiten.

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Elvis und Toni gemeinsam bei Bourg-en-Bresse

Nachdem die beiden Senderstörche Elvis und Toni zur gleichen Zeit, aber unabhängig voneinandere den „Heimflug“ aus Spanien Richtung Schweiz angetreten hatten, sind sie jetzt bei Pont d’Ain, ca. 20 km südlich von Bourg-en-Bresse/Frankreich und knapp westlich des französischen Jura, eingetroffen. Sie halten sich dort offenbar im gleichen Trupp auf. Was genau dieses Agrargebiet am Rand des Dombs für die Störche attraktiv macht, lässt sich auf den Satellitenkarten nicht erkennen. Jedenfalls liegt der Aufenthaltsort nur etwa 25 km von der Deponie Bourg-en-Bresse entfernt, die schon von anderen Senderstörchen, z.B. Dani, genutzt wurde. Von der Flugroute, die östlich des französischen Jura über den Genfer See ins schweizerische Brutgebiet führen würde, sind die beiden Störche nur etwa 40 km entfernt.

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Elvis und Toni unterwegs nach Norden

Die Senderstörche Elvis und Toni sind auf ihrem Weg nach Norden seit gestern zügig voran gekommen. Beide befanden sich gegen Mittag etwa auf der Höhe von Bezier in Südfrankreich, etwa 100 km nördlich der spanischen Grenze. Jetzt, am späten Nachmittag, sind sie bereits etwa auf der Höhe von Avignon.

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Elvis und Toni bald in Frankreich?

Der Senderstorch Elvis hat sich weiter nach Nordosten bewegt und hält sich derzeit auf der Deponie bei Figueres auf, nur noch etwa 15 km südlich der Grenze nach Frankreich. Auch Toni hat Lerida in nordöstlicher Richtung verlassen. Ihn trennen noch etwa 50 km von Frankreich. Yumna und Amelios II dagegen sind unverändert bei der Deponie von Cordoba. Und von Sämi, der sich zuletzt aus dem Senegal gemeldet hat, gibt es leider noch immer keine Neuigkeiten.

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Elvis auf Deponie Castellnou de Seana

Elvis ist von Lerida aus ca. 30 km nach Nordosten geflogen. Dort hält er sich derzeit auf der Deponie Castellnou de Seana auf. Anscheinend ist er doch noch nicht auf dem „Heimweg“, sondern vegagbundiert auf verschiedenen Deponien umher.

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NEU: Karten von spanischen „Logger-Störchen“ sind online

Im Rahmen unserer Feldforschung in Spanien (Malpartida de Caceres) wurden bisher 5 Altstörche mit sogenannnten „Datenloggern“ besendert. Im Gegensatz zu Satellitensendern schicken diese Geräte die Koordinaten nicht per Satellit. Sie sammeln GPS-Koordinaten, je nach Programmierung bis zu 12 pro Stunde, und sichern diese in einem internen Speicher. Die Daten können dann, z.B., wenn der Vogel am Nest ist, mit einer „Basisstation“ per Funk heruntergeladen werden. Ausserdem schicken die Logger einzelne Koordinaten per SMS. Der Vorteil dieser neuen Technik: Mit ihr können wesentlich mehr Koordinaten ermittelt werden als mit Satellitensendern, und die laufenden Kosten sind viel geringer.

Unter dem Menüpunkt „Senderstörche “ finden Sie nun auch die Ortsbewegungen unserer mit Loggern besenderten Altstörche. Derzeit beginnt gerade die Brutzeit, die Vögel halten sich deshalb meist auf dem Nest oder in dessen unmittelbarer Umgebung auf.

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